Jedes Frühjahr, für einige Wochen, bevor die hohen Pässe geöffnet werden und die Sommertouristen eintreffen, gehört Ladakh ganz den Aprikosenbäumen. Rosa und weiße Blüten breiten sich wellenförmig über die tiefer gelegenen Täler aus – Sham, Aryan, Nubra – und verwandeln eine der spektakulärsten Landschaften der Welt in etwas unerwartet Zartes.
Das Aprikosenblütenfest, lokal als Chuli Mendok bekannt, wurde rund um dieses flüchtige Zeitfenster ins Leben gerufen. Dorfgemeinschaften in Skurbuchan, Alchi, Dha-Hanu und Turtuk öffnen ihre Obstgärten und Privatunterkünfte für Besucher und bieten ein Reisetempo, das selbst für ladakhische Verhältnisse selten ist: gemächliche Spaziergänge zwischen blühenden Bäumen, Volksmusik in offenen Innenhöfen, Bogenschießwettbewerbe und Märkte mit handgewebten Textilien, Holzarbeiten und Thangka-Gemälden.
Die Aprikose selbst zieht sich wie ein roter Faden durch alles. Entlang alter zentralasiatischer Handelsrouten nach Ladakh gebracht, spielt sie nach wie vor eine zentrale Rolle für die ländliche Wirtschaft der Region und auf ihren Tischen. Marmeladen, Trockenfrüchte, Säfte und lokale Getränke aus der Ernte verleihen dem Festival einen Geschmack, der so unverwechselbar ist wie seine Landschaft.