Jawai operierte lange außerhalb der strukturierten Safari-Systeme, die die meisten Wildtierdestinationen Indiens regeln. Leoparden, Rabari-Gemeinschaften, Luxus-Camps und unabhängige Betreiber teilen sich diese Granitlandschaft im Distrikt Pali in Rajasthan mit minimaler formeller Aufsicht. Das ändert sich nun.
Nach einer Anordnung des Rajasthan High Court, ausgelöst durch eine öffentliche Interessensklage zu ökologischen Belastungen, hat das staatliche Forstministerium ein Standardarbeitsverfahren zur Regulierung des Tourismus in der Leopardenlandschaft von Jawai entworfen. Das Gericht hat eine sofortige Umsetzung angeordnet, bestehende Verbote von Nachtsafaris und Drohneneinsatz bekräftigt und gleichzeitig die Kontrollen für Bauarbeiten und kommerzielle Expansion in Leopardenhabitaten verschärft.
Nach dem vorgeschlagenen Rahmen dürfen nur Fahrzeuge operieren, die bei einem neu gebildeten Koordinierungsausschuss registriert sind. Jedes Fahrzeug muss mit einem vom Forstministerium genehmigten GPS-Tracking ausgestattet sein. Nachtsafaris, das Anlocken von Wildtieren mit Ködern, Lärmbelästigung und der Einsatz von Drohnen in der Nähe von Leopardenhöhlen gehören zu den Aktivitäten, die als schwere Verstöße eingestuft werden. Die Regeln werden über Waldflächen hinaus auch für staatliche Flächen, private Grundstücke und gemeinschaftliche Weideflächen gelten, die sich mit den Bewegungskorridoren der Leoparden überschneiden.
Bis auf Weiteres werden keine neuen Bauvorhaben oder neuen Tourismuslizenzen genehmigt. Das Gericht hat den Staat außerdem aufgefordert zu prüfen, ob Jawai offiziell zum Schutzgebiet erklärt werden sollte — ein Schritt, der grundlegend verändern könnte, wie Tourismus und Naturschutz hier nebeneinander bestehen.