Der Januar kommt in Indien nicht still und leise. Er kündigt sich durch Feuer, Getreide und Himmel an, durch Feste, die das Land und die Menschen ehren, die es bewirtschaften. Lohri, Makar Sankranti und Pongal markieren diesen Moment des Übergangs, wenn die Ernte eingebracht ist und das Jahr wieder von vorne beginnt.
Lohri leuchtet im Herzen des Winters. Lagerfeuer werden entzündet, während sich Familien in ihrer Wärme versammeln und Sesam und Jaggery den Flammen opfern. Das Feuer ist sowohl Abschied als auch Willkommensgruß, es verabschiedet die Kälte und ruft längere Tage und hellere Hoffnungen herbei. Lieder erklingen, Trommeln folgen, und die Nacht wird zu einem Fest der Zusammengehörigkeit.
Makar Sankranti kommt mit der Reise der Sonne nach Norden. Heilige Flüsse ziehen Pilger an, die Erneuerung suchen, während sich die Dächer und der offene Himmel mit Drachen füllen. Es ist ein Fest der Bewegung und der Erhebung, bei dem Rituale den Glauben an Reinigung, Klarheit und Neuanfänge widerspiegeln.
Im Süden entfaltet sich Pongal mit Ehrfurcht und Rhythmus. Der erste Reis der Saison wird langsam in Tontöpfen gekocht und darf als Zeichen des Überflusses überlaufen. Das Gericht wird dem Sonnengott dargebracht und ehrt sowohl das Land als auch das Licht und erinnert die Familien an ihre tiefe Verbundenheit mit der Landwirtschaft und den Jahreszeiten.
Das Essen dieser Jahreszeit ist einfach, aber bewusst gewählt. Sesam, Jaggery, Linsen und Reis nähren den Körper und vermitteln gleichzeitig die Weisheit des saisonalen Essens. Gemeinsam geteilte Gerichte werden zu Gesten des guten Willens und erinnern daran, dass Nahrung sowohl körperlich als auch gemeinschaftlich ist.
Musik erfüllt die Luft. Trommeln schlagen, Drachen steigen und Tänze kreisen durch die Straßen der Dörfer. Zusammen erinnern uns diese Feste daran, dass Erneuerung nicht plötzlich kommt. Sie wird vorbereitet, geehrt und langsam, gemeinsam und mit Hoffnung gefeiert.