Thimphu Tshechu – 21.–23. September 2026

14. August 2026

Vor Jahrhunderten kam Guru Rinpoche, der als Zweiter Buddha verehrt wird, nach Bhutan und verankerte den Buddhismus durch heilige Tänze in den Bergen des Landes. Er bezwang böse Geister und segnete das Land mit seinen Lehren. In den 1670er-Jahren wollte Gyalse Tenzin Rabgye, der vierte Desi von Bhutan, dieses Vermächtnis ehren und gründete das Thimphu Tshechu als dauerhafte Würdigung – ein Fest aus Dankbarkeit gegenüber jenem Heiligen, der die Seele der Nation geprägt hatte.

Tshechu bedeutet „zehnter Tag“, denn diese Feste finden rund um den zehnten Tag des Mondmonats statt, an dem sich der Überlieferung zufolge die Taten Guru Rinpoches ereignet haben. In den 1950er-Jahren bereicherte der dritte König, Jigme Dorji Wangchuck, die Tradition um zusätzliche Maskentänze und verlieh ihr noch mehr Farbe, ohne ihre tiefe spirituelle Bedeutung zu schmälern.

Das dreitägige Fest findet jeden Herbst im Tashichho Dzong in Thimphu statt und verwandelt den Innenhof in eine Welt voller Mythen. Mönche in aufwendig gestalteten Masken und Gewändern führen Cham-Tänze auf, die uralte Legenden nacherzählen, während sich die Einheimischen in ihren schönsten Gho und Kira versammeln – im Glauben, dass allein die Teilnahme spirituelles Verdienst und Segen bringt.

Für Reisende eröffnet sich hier ein seltener Einblick in ein Königreich, das seine Tage noch immer nach dem Rhythmus des Glaubens bemisst – und eine Erinnerung daran, dass manche Feste weniger Aufführung als vielmehr Gebet sind.

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